{"id":562,"date":"2025-04-23T09:13:27","date_gmt":"2025-04-23T09:13:27","guid":{"rendered":"https:\/\/exploratura.ch\/?p=562"},"modified":"2025-04-23T09:13:27","modified_gmt":"2025-04-23T09:13:27","slug":"warum_eine_reise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/exploratura.ch\/?p=562","title":{"rendered":"Liestal \u2013 Salzburg, 23. April 2025"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Warum ich losgezogen bin<\/h1>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-1 is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eChunt scho gu\u00e4t.\u201c<\/em><br>Ein gepackter Rucksack. Und zwei Monate Zeit f\u00fcr das, was unterwegs auftaucht.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph\"><strong>Rucksack gepackt.<\/strong><br>\u00dcberraschend leicht fiel es mir, mich auf das Minimum zu beschr\u00e4nken. Alles, was ich aufs Bett gelegt hatte, passte auf Anhieb hinein. Eine detaillierte Planung \u00fcber zwei Monate? Illusion. Ich kenne weder Wetter noch Route, geschweige denn, was ich alles unternehmen m\u00f6chte. Also kann ich auch nicht wissen, was ich brauche \u2013 ausser: Flexibilit\u00e4t. Und eine gewisse Anspruchslosigkeit. Der ber\u00fchmte Pragmatismus. <em>Chunt scho gu\u00e4t.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph\">Ein wenig mulmig war mir beim Abschied schon. Und als am Bahnhof in Z\u00fcrich alle P\u00e4rchen freudig auf den Eurocity warteten, f\u00fchlte ich mich das erste Mal allein. (60 Minuten, nachdem ich aufgebrochen bin. Brava, Patricia!)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Slow Travel.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\">Der Zug nimmt das ernst. Wir bleiben immer wieder stehen \u2013 Umleitungen. Aber alles ist eingeplant, sagt der Kondukteur. Vielleicht ist das eine sch\u00f6ne Metapher f\u00fcr meine Reise: Ich habe ein Start- und ein Enddatum (auch wenn ich mir sage: <em>Wenn es reicht, kannst du einfach nach Hause gehen<\/em>). Ich habe ein Spielfeld \u2013 eingegrenzt durch mein Interrail-Europaticket \u2013 und eine Richtung: ostw\u00e4rts, dann gen Norden. Im Gegenuhrzeigersinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph\">Der Zug bedeutet f\u00fcr mich Entschleunigung. Die Landschaft zieht vorbei. Ich sp\u00fcre Distanz und allm\u00e4hliche Ver\u00e4nderung. Ich bin inmitten von Menschen \u2013 und doch ganz bei mir. Ich kann entscheiden, in welchen Zug ich morgen einsteige. Und ob ich vielleicht auch mal einfach sitzen bleibe.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was zieht mich nach Nordosteuropa?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\">Das Unbekannte. Eine diffuse Faszination, seit ich <em>Die Hunde von Riga<\/em> von Henning Mankell gelesen habe. Das Baltikum hat etwas Dunkles, Geheimnisvolles. Auch etwas Schr\u00e4ges, Rebellisches, Eigenst\u00e4ndiges \u2013 und Innovatives: Estland ist das Vorzeigeland f\u00fcr Digitalisierung.<br>Ich weiss bisher wenig \u00fcber die drei L\u00e4nder. Hanseatische Einfl\u00fcsse, die sowjetische Vergangenheit \u2013 und dass sie sehr unterschiedlich sind. Sich so gar nicht als \u201edas Baltikum\u201c verstehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die baltische Kette.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-7 wp-block-paragraph\">Und doch haben sie am 23. August 1989 eine rund 675 Kilometer lange Menschenkette gebildet: Von Vilnius \u00fcber Riga bis nach Tallinn.<br>Ein friedlicher Protest gegen die sowjetische Annektierung. Ein Zeichen der Hoffnung, der Einigkeit, des Muts \u2013 und des Wunsches nach Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit.<br>Ein Spiegel daf\u00fcr, dass nicht alles, was uns selbstverst\u00e4ndlich erscheint, es auch ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83e\udc52 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.thebalticway.eu\/en\/history\/\">thebalticway.eu<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fragen f\u00fcr die innere Reise<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph\">Vielleicht ist das auch passend f\u00fcr meine innere Reise.<br>Was ist mir wirklich wichtig?<br>Was fehlt noch?<br>Und was lasse ich zur\u00fcck?<br>Was verbindet \u2013 \u00fcber Grenzen, Kulturen, vielleicht sogar Epochen hinweg?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-theme-palette-5-color has-text-color has-link-color wp-elements-9 wp-block-paragraph\">Das sind einige der Fragen, die ich mitnehme.<br>Ich bin gespannt, was ich im \u00c4usseren \u2013 und im Inneren \u2013 entdecke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum ich losgezogen bin \u201eChunt scho gu\u00e4t.\u201cEin gepackter Rucksack. 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